WALLDORF

Walldorf, die Stadt zwischen den Wäldern, konnte im Jahr 1970 bereits die 1200 Jahre ihrer urkundlichen Erwähnung feiern. In diesem Jahr, 2001 feiert man 100 Jahre Stadtrechte. Walldorf nennt sich auch “die Astorstadt” nach dem hier geborenen und nach Amerika ausgewanderten Johann Jakob Astor. Er wurde mit Pelzhandel und Grundstücksgeschäften zu seiner Zeit zum reichsten Mann Amerikas. Unter Anderem gehen das Walldorf-Astoria und die Public-Library in New York auf ihn zurück. Mit der von Johann Jakob Astor gegründeten Stadt Astoria in Oregon, USA, verbindet Walldorf eine Städtepartnerschaft.

Johann Jakob Astor

*1763
1848

Als er 1848 starb, hinterlies er der Stadt eine Spende von 50.000 Mark für die Armen. Die Stadt erbaute mit dem damals beträchtlichen Stiftungskapital das Astorhaus, das von 1854 bis 1937 als Armenhaus diente. Heute lebt die Stiftung in den Altenwohnungen des Astorstiftes im Stadtkern fort.

Astorhaus von 1854

Seit 1970 betreiben die Walldorfer Heimatfreunde im Astorhaus das Heimatmuseum der Stadt. Auf ca. 400 m² Ausstellungsfläche wird die Geschichte Walldorfs mit zahlreichen Funden, Fotos und Dokumenten nachgezeichnet.

Die Stadtkirche wurde im Jahr 1861 eingeweiht. Sie wurde dreischiffig im neugotischen Stil als Hallenkirche gebaut. Der Turm ist mit seinen 58m einer der höchsten Kirchtürme der Gegend.

Noch älter ist die Katholische Kirche. Der heutige spätbarocke Bau wurde in den Jahren 1787/91 unter Verwendung alter Mauerteile erbaut. Sehenswert sind die aus dem 15. Jahrhundert stammenden Fresken im alten Glockenturm, die die vier Apostel Lukas, Markus, Mathäus und Johannes darstellen, außerdem das prunkvolle Wappen des 1716 bis 1742 regierenden Kurfürsten Carl-Philipp.

Evangelische Stadtkirche
Katholische Kirche

Als historisches Kleinod ist auch die Laurentiuskapelle aus dem Jahr 1783 zu bezeichnen. Sie ist der Nachfolgebau einer 1764 abgerissenen gotischen Schloßkapelle und gehört zu den wenigen noch vorhandenen Resten der ehemaligen Hofanlage der Herren von Sickingen.
Die daneben stehende Börse, ein Fachwerkbau des 18. Jahrhunderts, ist der Hauptbau der Sickingschen Besitzungen. Rundbogige Toreinfahrt mit Jahreszahl 1808, Keilstein mit Brauzeichen. Möglicherweise rühren die großen Kelleranlagen noch von der mittelalterlichen Burg
her.